
Psychische Gesundheit ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) „ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann“.
Die psychische Gesundheit setzt sich aus einer Vielzahl von Faktoren zusammen, darunter unser emotionales, körperliches, psychologisches und soziales Wohlbefinden.
Sie umfasst Gefühle, Gedanken und Verhalten sowie Stressbewältigung und ist genauso wichtig wie körperliche Gesundheit. Psychische und körperliche Gesundheit beeinflussen sich gegenseitig.
Mittlerweile ist aus wissenschaftlichen Forschungsarbeiten bekannt, dass psychisches Wohlbefinden vor schweren körperlichen Erkrankungen schützt, das Immunsystem stärkt, verschiedene Hormone im Körper stabilisiert und damit insgesamt zu mehr Gesundheit und einer besseren Lebensqualität führt.
Resilienz als wichtige Abwehrmaßnahme
Resilienz bedeutet so viel wie Widerstandskraft gegen Widrigkeiten des Lebens, beschreibt also die Fähigkeit, Belastungen, Krisen, Stress oder Rückschläge zu bewältigen und sich davon zu erholen. Die wissenschaftliche Forschung hat uns gezeigt, dass eine niedrige Resilienz eher zur Entwicklung von bestimmten Krankheiten führt als eine hohe Resilienz. Jede Person kann ihre psychische Widerstandskraft in einem Test evaluieren und dann aktiv lernen, wie Resilienz individuell gestärkt werden kann.
Psychosoziale Stressoren als Krankmacher
Psychosoziale Stressoren können die psychische Gesundheit empfindlich stören und unter bestimmten Umständen auch zur Manifestation einer psychischen oder körperlichen Erkrankung führen.
Welche psychosozialen Stressoren gibt es?
Häufig vorkommend sind beispielsweise Verlust des Arbeitsplatzes, schwere Krankheit im Familien- oder engeren Freundeskreis, Suchtproblematik (Alkohol-, Drogen-, Spielsucht), finanzielle bzw. existenzielle Nöte, chronische Überforderung, Mobbing, Versagensängste, übersteigerter Geltungsdrang sowie Opfer von Gewalt zu werden. Jeder dieser genannten Stressoren führt bei längerer Einwirkung und mangelnden Abwehrstrategien des Betroffenen, zu einer Veränderung bestimmter Hormone und Botenstoffe im Körper. Das Stresshormon Cortisol wird aktiviert und entfaltet bei längerfristiger Erhöhung im Körper ungünstige Wirkungen auf verschiedene Funktionen. Zu nennen sind dazu Entwicklung einer Depression und/oder Angststörung mit Panikattacken, Manifestation eines Burnout-Syndroms oder von psychosomatischen Erkrankungen, Entstehung von Übergewicht, Adipositas und Diabetes mellitus und in der Folge Schädigung von Organsystemen wie das Herz- Kreislaufsystem.
Wenn auch das sympathische Nervensystem über einen längeren Zeitraum durch den Stressor aktiviert wird, kann es langfristig zur Entwicklung eines hohen Blutdruckes, Herzrhythmusstörungen, Unruhezuständen, Schlafstörungen und auch Krebserkrankungen kommen.
Aufgrund dieser massiven und nachhaltigen Wirkungen von psychosozialen Stressoren auf unser Hormon- und Nervensystem ist es wichtig zu lernen, wie mit diesen Stressoren umzugehen ist, um die Folgen möglichst gering zu halten. +
Was man als Laie berücksichtigen könnte:
- Im Kontakt mit psychisch belasteten Menschen ist es hilfreich, aufmerksam zuzuhören und empathisch zu bleiben.
- Unpassende Ratschläge vermeiden, diese können die Belastung unbewusst verstärken.
- Psychisch stärker belastete Menschen ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wie geholfen werden kann - ein erster Check als Selbst-Test
Zur Steigerung der Aufmerksamkeit für dieses Thema stellen wir hier den WHO-5-Fragebogen zum Wohlbefinden zum Download zur Verfügung.
(Klicken zum Öffnen und Ausdrucken)
Dieser Fragebogen kann selbst ausgefüllt und die erreichte Punktezahl nach den Angaben im Blatt selbst errechnet werden.
Ist die Punktezahl sehr niedrig, wird die Inanspruchnahme von professioneller Hilfe empfohlen.
+ HIER KLICKEN: Notrufnummern & Professionelle Hilfe anzeigen
Sozialpsychiatrische Notdienste (PSD)
- Wien (PSD): 01 31330 (24/7)
- Niederösterreich (Krisentelefon): 0800 20 20 16
- Burgenland (PSD): 05 7979 20000
Österreichweit
- Telefonseelsorge: 142
- Rat auf Draht: 147
- Kriseninterventionszentrum: 01 406 95 95
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